Frust, Angst, Verweiflung. Abnehmen hat 2 Gesichter.

Mal, ist das abnehmen sooo leicht, macht Spaß und man ist sooo motiviert. Und dann gibt es diese Momente wo man alles hinschmeißen will. Die Waage glänzt mit stillstand oder kleinen Zunahmen und man weiß nicht warum. Die Zweifel kommen und die Versagensangst wächst minütlich.

Ich habe gerade so ein Tief. Aber ich hoffe ich komme nun langsam wieder raus.
Fressfantasien. Ganz schlimm. Ich dachte daran mitten in der Nacht Spaghetti zu kochen und heimlich zu essen. Auch am nächsten morgen wollte ich heimlich meiner Sucht nachgeben.
Und da war es. Sucht!
ESSSUCHT. Ich bin süchtig nach essen und in letzter Zeit waren meine Mahlzeiten eher klein.
Ich wurde unzufrieden, war nie richtig satt und in meinem Kopf liefen Bilder ab über Dinge die ich nun in mich reinstopfen könnte.
Heute Nacht ist es passiert. Ich hatte einen Fressanfall. Kein schlimmer, wie man ihn zb. vo Binge Eatern kennt.
Aber ich konnte meinem immensen Hunger nicht mehr aus dem Weg gehen.
Ich lief immer wieder zur Küche und in die Speisekammer. Ging ohne etwas zu nehmen weil mich nichts befriedigte, zumindest nichts was ich ohne Aufwand hätte essen können.

Nach einigen Malen nahm ich mir 2 Mandarinen, wollte mich beruhigen mit etwas was mir kein schlechtes Gewissen macht.
Aber der Hunger blieb. Wieder tingelte ich zur Küche und zurück.
Dann öffnete ich die Wrappackung, die in der Speisekammer lag. Nahm mir einen Wrap, legte eine scheibe Käse hinein und ein vegetarisches Würstchen und packte es in die Mikrowelle.
Da saß ich nun, Nachts, allein in der Küche und aß meine Sünde.

Dann ging ich wieder ins Bett. Noch immer Hungrig.
Ich kämpfte, dachte an diese blöde Schokolade die direkt im Schlafzimmer im Regal lag.
Zigmal sagte ich mir, NEIN Katharina! Du lässt die Finger davon. Das gehört dir nicht, du brauchst das nicht. Ich wand mich, litt und letztendlich gab ich nach.
4 Stücken nahm ich. Das entsprach etwa der Größe von 2-3 Merci. Ich hasste mich augenblicklich. Bekam ein schlechtes Gewissen und schlief, böse auf mich, ein.
Den Gedanken im Kopf, dass ich wenn ich doch einen Magenbypass bekomme, diese Fressattacken niemals aufhören. Es wird der Magen operiert, nicht der Kopf. Ein Satz über den man sehr oft stolpert in der Zeit vor der Op. Und dann bringt doch das alles nichts!?

Heut morgen wollte ich es meinem Freund beichten. Er überhörte es aber irgendwie und dann ließ ich es sein. Aus Scham!
Zum Mittag machte ich dann Vollkornspaghetti für mich, mit Bolognese. Ich habe aus versehen zuviel Spaghetti gekocht. Also aß ich mich damit so richtig voll.
Und siehe da. Der Hunger ist weg! Ich glaube ich platze gleich und bin irgendwie erleichtert. Dieses quälende Gefühl welches mich die letzten Tage so wahnsinnig machte ist weg.
Mein Magen hat zu tun und ich entspanne mehr und mehr.

Das beste an diesem ausartenden Spaghetti futtern ist, ich weiß nun dass mich nur der Hunger quälte, nichts anderes. Nicht mein Kopf!
Ich mache weiter. Werde die Mengen NICHT erhöhen.
Aber ich weiß nun dass dieser quälende Hunger mit der Op verschwinden wird.
Ich habe adipositas, KEIN Binge Eating.

Meine Zuversicht ist wieder da!
Rückschläge gehören nunmal auf diesem beschwerlichen Weg dazu!

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Nur ein paar Gedanken

Ich liege im Bett und Er neben mir. Er der soviel Veränderung in mein Leben gebracht hat. Er der mich einfach so liebt. Mit all meinen Handicaps. Er sieht durch sie hindurch und sieht mich. So wie ich bin. Er der mich bei der Hand nimmt und mit mir diesen schweren Weg geht. Er der so vieles tut um mich zum lächeln zu bringen.

Er ist so wunderschön. Jedes Detail an ihm flasht mich. Und die Art wie er mich nimmt wenn es mir nicht gut geht oder irgendwas gerade nicht funktioniert und ich lieber bockig sein will auf ihn, auf mich und die Welt.

Er grinst, schnauft und sieht mich an wie eine Mischung aus Welpe und Kitten, sagt irgendwas total blödes und ich muss auch grinsen. Jeder Versuch weiter bockig zu sein scheitert und ich lache und will ihn nur noch küssen.

Wie sehr ich es genieße wenn er mich dann einfach nur in seine Arme nimmt, mich fest an sich drückt und ich wieder weiß dass alles gut ist.

Und dann während ich diese Zeilen schreibe überlege ich plötzlich wie es sich wohl anfühlt schlank in seinen Armen zu versinken.

Ich bin gespannt.

Es ist 23:39 und ich kann nicht schlafen. Ich höre ihm beim Atmen zu. Und mein IPhone sollte ich nun lieber aus der Hand legen…

Gute Nacht.

Richtig schmecken. Geschmackstest mit Kindern.


Da essen ja eh ein sehr großes Thema bei uns spielt habe ich das ganze mal spielerisch mit meinen Kindern erkundet. Ich möchte dass sie bewusst essen. Sich auf die verschiedenen Geschmäcker einlassen und nicht nur schnell kauen und runter schlucken.

Ich habe also eine Vielzahl von Nahrungsmitteln ausgesucht und jedes Kind, einzeln und mit verbundenen Augen befragt was sie da essen.
Es gab Cranberries, Gurke, Tomate, Apfel, Kiwi, Zimt, Senf, Möhre, grüne Pesto, Karamell, Cornflakes, Röstzwiebeln und grüne Bohnen.
Das meiste habe ich gewürfelt damit man es nicht sofort erkennt.

Bei den Cranberries waren sich alle einig, dass es sich um Rosinen handeln muss. Deswegen gab es nach unserem Test nochmal je eine Cranberry und eine Rosine um die verschiedenen Geschmäcker festzustellen. Das war interessant für die Kinder, denn plötzlich schmeckten die echten Rosinen ganz anders. 😉

Mein Großer erkannte die Möhre nicht und wusste auch sonst nicht was es sein könnte. Mein Jüngster hingegen war sich sicher Blumenkohl zu schmecken.
Alles andere hatten mein großer Sohn und meine Tochter, die mittlere unseres Clans, richtig.
Der Kleine dagegen schmeckte statt Senf, Chilipaste. Statt Karamell erkannte er Schokopudding und statt Tomate, Avocado. Er ist übrigens 8.

 

Die Kinder waren begeistert von dieser Idee und wollen das auf jedenfall wiederholen.
Das werden wir auch, schließlich braucht mein Jüngster noch etwas Übung. 😉

 

 

Ich schaffe es eh nie!

In meiner supertolle Gruppe die sich aus der Verhaltenstherapie Gruppe entwickelt hat, ist nun eine kurz davor ihren lang ersehnten Termin für die Op zu bekommen. Ich freue mich für sie. Wirklich. Aber mich zieht das sooo runter.
Ich habe direkt die ganzen bösen Gedanken im Kopf die mir sagen “ Ich schaffe das eh nie“ Ich werde doch sowie so nie operiert“ „Ich werde eh nie schlank sein“ „Ich kriege das doch eh nie auf die Reihe“ „Ich werde wenn überhaupt, die allerletzte von uns sein die operiert wird“
Usw.
Mich macht das fertig. Der Umstand um 3 Monate zurück geworfen worden zu sein weil ich den Helicobacter Pylori in mir trage ist schon mist. Und nun fehlt mir noch hier was und da was um den Termin endlich zu bekommen.

Ich WILL nicht mehr! Ich möchte endlich ICH sein. Mich entfalten. Von der Raupe zum Schmetterling.
Ich will Leben. JETZT! =(

Warum esse ich soviel?

Hallo, mein Name ist Katharina und ich bin Esssüchtig!

Ich leide von klein auf unter meinem Übergewicht. Warum und wie es dazu kam dafür gibt es viele Gründe. Ein Grund ist Mobbing. Ich war damals „nur“ pummelig. Ich hatte eben mein Babyspeck, war aber nicht stark übergewichtig. Das kam erst in der Grundschule, als das Mobbing richtig los ging.
Kinder sind grausam, vor allem die mit denen ich dann zu tun hatte. Schon die wenigen Kilos mehr nahmen die anderen Kinder als Grund mich auszugrenzen und zu hänseln. Was passierte ist einfach erklärt. Ich aß! Ich aß gegen meinen Kummer. Beruhigte mich mit Dingen die mir gut schmeckten, und zwar solange bis ich entweder nichts mehr essen konnte oder es alles aufgegessen war. Ich wurde dicker und es wurde schlimmer, also aß ich weiter. Ein Teufelskreis begann. Der Selbsthass wurde größer und größer. Je älter und auch dicker ich wurde, so verzweifelter wurde ich. Immer wieder schwor ich mir aufzuhören zu essen. Ich hungerte, machte irrsinnige Diäten die ich irgendwo aufschnappte. Doch mit jedem Versuch kam der Jojo-Effekt und ich wog anschließend mehr als vorher.
Erst als ich bereits erwachsen und Mutter war kam raus dass ich eine Schilddrüsenunterfunktion, aufgrund einer viel zu kleinen Schilddrüse habe. Hätte man das damals als ich noch klein war entdeckt, hätten man wohl eine Menge Leid vermeiden können.
Ein weiterer Grund ist es das all das Fett um mich herum eine Art Mauer ist die ich über all die Jahre baute. Ich kenne mich mit dem dicksein aus. Kenne mich mit Trauer aus, mit Verzweiflung.
Glücklich und frei sein war immer fremd für mich. Das machte meinem Unterbewusstsein sicherlich Angst.
Immer wenn ich dachte es geht wieder bergauf in meinem Leben, und ich brauche diesen Schutzwall nicht mehr, nahm ich ab. Ich nahm viel ab und war stolz. Doch kamen dann immer wieder Situationen die mich zurück in meine Hölle beförderten.
Den größten Einschnitt dabei machte der Tod meines geliebten Opapas!
Ich hatte fast 30 kilo runter und es wären noch viele mehr geworden. Aber ohne ihn brach wieder alles über mir zusammen. Meine Oma folgte ihm und ich kam einfach nicht mehr hoch.
Jeder Versuch blieb seither Erfolglos… bis ich 2016 im Radio die Hypnose mitmachte und danach Personaltraining geschenkt bekam. Es hätte so gut werden können. Es lief, es purzelte. Germaine, meine Trainerin war ein Engel von Mensch. Doch privat lief wieder alles aus den Fugen. Ich scheiterte.

Diesmal ist einiges anders. Ich bin in einem Adipositas Zentrum und werde rundum betreut. Inklusive Verhaltenstherapie.
In mir passiert gerade viel. Es ändert sich einiges und ich kann die Op kaum noch erwarten. Mein Leben 2.0 darf beginnen. Ich bin bereit mich zu lösen und auf das Neue einzulassen! Und das mache ich von Niemandem mehr ausser MIR abhängig. Auch wenn ich sehr froh bin das mir mein Schatz soviel Unterstützung gibt.

 

Da will man sich nur einmal die Karten legen lassen… Mabonfest auf Schloss Pichl

Ich war am Wochenende auf dem Mabon Fest auf Schloss Pichl in der Nähe von Augsburg.
Ich war völlig verzaubert von den vielen Waldgeistern, Feen und Elfen die sich dort tummelten. Unglaublich Detailreich und mit viel Liebe waren ihre Kostüme gestaltet.

 


 

Es gab dort wunderbare Musik. Zb. von Rairda die mit ihrer wundervollen Stimme, begleitet auf ihrer Harfe in andere Welten entführte. Sie war einst Mitglied der Band Faun. So habe ich sie damals auch schon 2010 auf dem Zitarock Festival in Berlin erleben dürfen.
Sogar Wikinger durften wir bewundern. Und es wurde Bogenschießen angeboten.
Unseren Hunger stillten wir mit sehr leckerem Gemüsecurry auf Reis und waren begeistert, dass auch an uns Vegetarier gedacht wurde.


Es gab hübsch gestalteten Schmuck, Einhornhaarreifen und kunterbunte Kleidung und Taschen für Groß und Klein. Man konnte an manchen Ständen Steinblütenessenzen erstehen, Tarotkarten und andere Dinge die das Herz eines Esoteriker höher schlagen ließen. Ich erstand dort ein neues Set mystischer Lenormandkarten, da meine schon seit Jahren weg waren.
Ab und an wurden Trommelklänge immer lauter von den Schamanen die damit ihre Drachen riefen um Menschen die sich darunter legten zu heilen. Faszinierend.

Begeistert waren wir auch von den schön gestalteten Holzkunstwerken.
Vor allem die Federstifte haben es mir angetan, welche es für Rechts- und Linkshänder gab. Ich werde mir wohl einen zu Weihnachten gönnen.
Es gab auch Kartenlegerinnen und man konnte Runen ziehen.
Ich wollte mir unbedingt die Karten legen lassen aber die nette Dame die das machte, sagte ich müsse dann Fragen stellen. Und mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass ich keine Fragen habe.
Unmöglich sagte mir ein netter bärtiger Mann. Frauen haben immer irgendwelche Fragen.
Ich hatte diese aber wirklich nicht. Ich brauchte Bedenkzeit und spazierte noch einmal zu den Drachentrommeln und zu dem tollen Holzkunst-Stand.
Für die Hexenrunen würde ich keine Fragen brauchen, dachte ich mir. Ja das mache ich.
Also gingen wir zurück. Man hat gar nicht mehr mit mir gerechnet, schmunzel.
Ich teilte mit dass ich mir in den Hexenrunen lesen lassen möchte also wurde ich hereingeführt in ein kleines Zelt mit 2 Stühlen und einem kleinen Tisch darin.
Ich bekam einen Beutel in dem sich die Hexenrunen befanden und sollte ihn mischen und dann vorsichtig auskippen. Das tat ich.
Schwarze Steine vielen heraus mit silbernen Symbolen. Manche waren aufgedeckt, andere lagen mit dem Symbol nach unten. Nur die aufgedeckten wurden ausgewertet. Sie grinste und sagte, dann ist ihr nun auch klar warum ich tatsächlich keine Fragen habe. Was für Symbole das waren und wofür sie stehen bleibt aber mein kleines Geheimnis. 😉

Sie bemerkte sofort dass ich mich wirklich sehr interessierte, empfahl mir ein Buch von Susan Sheppard und gab mir ein tolles Gefühl mit auf den Weg.
Ich grinste, war glücklich und habe eine neue Berufung entdeckt, die zwar schon in mir schlummerte aber nun wach gerüttelt worden war.
Man darf also gespannt sein.

Gescheitert und doch auferstanden!

Einige alte Beiträge sind gelöscht. Einige sind noch da. Beiträge in denen ich über meinen Weg, zu meinem schlankeren ich,  schrieb.
Gelöscht habe ich es weil es mir peinlich ist, dass ich immer und immer wieder von vorne beginne. Diäten, Ernährungsumstellungen, Sport… Und ich falle immer wieder zurück. Nehme wieder zu. Komme wieder rein in meinen Teufelskreis. In meine persönliche Hölle aus Essen und Verzweilfung.

Doch nun soll das alles ein Ende haben. Ich habe mich durchgerungen und nach langem hin und her über viele viele Jahre den Weg zu einem Adipositas Zentrum gewagt. Dort war ich im Mai zum ersten mal und seitdem sind die Mühlen am laufen.


Ich habe einen BMI über 50 und nehme somit an einem Programm teil welches mir ermöglicht ohne das Ok der Krankenkasse operiert zu werden.
Ja! Ich unterziehe mich einer bariatrischen Op und werde Trägerin eines Magenbypasses!
Ich war bereits im Schlaflabor, beim Gallen-Ultraschall, beim Psychiater, bei der Ernährungsberatung und ich mache gerade die Verhaltenstherapie. Mittwoch ist das letzte mal. Ausserdem hatte ich auch eine Magen und Darm Spiegelung. Leider kam dabei heraus dass ich den Helicobakter Pylori in mir trage. Dieser muss aber unbedingt vor meiner Op weg sein. Ich musste deswegen eine Antibiotikakur machen über 7 Tage und bekomme nun noch täglich ein Magenmedikament. Das musste ich aber eh nehmen durch meine vielen Schmerzmittel die ich nehme.
Im November habe ich kontrolltermin. Nochmal Magenspiegelung. Nochmal Narkose. Ich hoffe und bete dass er dann weg ist. Denn dann steht dem Op Termin fast nichts mehr im Weg und ich kann endlich operiert werden.
Ich hatte wahnsinnige Angst vor dem ganzen. Vor der Spiegelung von Magen und Darm und vor der Op erst recht. Aber die Spiegelung war ein Klacks. Alles lief gut. Mir ging es prima und ich habe meine Angst besiegt. Sicherlich half auch ein Gespräch welches ich mit meiner Freundin Desi vorab führte und die Nähe von meinem Freund, der mit mir all diese steinigen Wege zusammen geht.

Seit diesem positiven Erlebnis mit der Narkose habe ich auch vor der eigentlichen Op keine Angst mehr.
Alles wird gut. Es ist mein Weg! Jetzt ist die Zeit. Und danach wird sich auch alles andere fügen.
Ich vertraue. Dem Team in der Wolfart Klinik und dem Leben! Ich habe schon soviel geschafft. Ich muss nur geduldig sein. Was sicher nicht meine leichteste Aufgabe ist.

Es gibt nun also keinen Grund mehr meine Abnehmversuche zu vertuschen oder zu löschen.
Mein nächster Abnehmversuch ist kein Versuch. Es wird ein Erfolg. Ich werde es schaffen und der Magenbypass, sowie das Team der Klinik wird mir dabei helfen!